Grüne sehen jetzigen Flugbetrieb als gesichert an, wollen aber keinen Ausbau des Flugplatzes
Die Ausweisung eines Naturschutzgebiets auf dem Gelände der Sonderlandebahn an der Breitenau halten die Bamberger Grünen für „absolut angemessen und längst überfällig“. Die vor kurzem vom Aero-Club dagegen geäußerten Einwände erachten sie jedoch für nicht schlagkräftig.
Der Aero-Club hatte jüngst davon gesprochen, dass durch ein NSG der Flugbetrieb „gelähmt“ würde und eine Schließung drohe. Die Grünen sehen das nicht so und unterstützen bekanntlich den von 1400 Bamberger Bürger*innen unterzeichneten Bürgerantrag auf ein NSG, der vom Bund Naturschutz initiiert wurde. Die Grünen-Stadtratsfraktion selbst hat einen gleich lautenden Antrag in den Stadtrat eingebracht.
Offenbar trete nach jahrzehntelangem Ringen um ein „NSG Bamberg-Breitenau“ nun auch die Stadt Bamberg dieser wichtigen Maßnahme zum Erhalt wertvoller Sandmagerrasen näher, vermutet Jonas Glüsenkamp, grüner OB-Kandidat. „Selbstverständlich ist es das gute Recht des Aero-Club, seine Argumente als Flugplatzbetreiber hier einzubringen und gehört zu werden“, sagt Glüsenkamp. „Aber am Ende muss abgewogen werden und es braucht eine konsequente Entscheidung.“ Diese müsse hier zugunsten des Naturerhalts ausfallen.
Zumal die vorgetragenen Gegenargumente überzogen seien, wie Karin Einwag, die als Erste auf der Liste GRÜNES BAMBERG für den Stadtrat kandidiert, feststellt. „Der jetzige Flugbetrieb wird durch die NSG-Ausweisung definitiv nicht eingeschränkt“, erklärt sie. „Für das NSG wird es eine eigene Schutzgebietsverordnung geben, die genau festlegt, was dort erlaubt ist und was nicht, z.B. auch die für den jetzigen Flugbetrieb nötige Mahd der Sicherheitsstreifen entlang der Landebahnen.“ Alle bestandskräftigen Betriebsgenehmigungen blieben dabei selbstverständlich erhalten, versichert sie.
„Wenn der Flugplatzbetreiber hingegen auf eine Ausweitung des Flugbetriebs spekuliert, etwa neue Landebahnen oder andere Zubauten, dann sind seine Bedenken gerechtfertigt. Neugenehmigungen, die dem Naturschutz entgegenstehen, sind mit einem NSG nicht mehr vereinbar“, so Karin Einwag. „Wir wollen den naturverträglichen Flugbetrieb erhalten und nicht noch mehr Versiegelung, mehr Flüge, mehr Lärm und mehr Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner.“
Auch eine Erweiterung der Firma Brose soll das Naturschutzgebiet keineswegs verhindern, betont Jonas Glüsenkamp. „Auf dem Brose-Gelände kann erweitert werden, und das ist völlig ausreichend. Aber ein Übergreifen auf das Flugplatzareal und die dort befindlichen Sandmagerrasen wollen wir nicht. Das wäre mit einem Naturschutzgebiet dann auch nicht mehr möglich.“
sys
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