Schrottdetektive machten sich auf Erkundungstour – 110 Fahrräder fürs Upcycling
Das eine Fahrrad ohne Lenker, das andere ohne Sattel und mit verbogenen Speichen, beim dritten fehlen alle Räder und Schaltungen. Immer wieder blockieren solche Schrottfahrräder wertvolle Abstellplätze und Fahrradbügel. Ein echtes Ärgernis.
Aber im neuerdings grünen Mobilitätsreferat von Jonas Glüsenkamp hat man nun eine gute Lösung gefunden, um dem Problem Herr zu werden. Und dabei wurde auch ein Antrag der grünen Stadtratsmitglieder Andreas Eichenseher und Leonie Pfadenhauer einbezogen. Deren Anliegen ist es nämlich, Schrottfahrräder möglichst zu recyceln oder zu upcyceln und möglichst Müll zu vermeiden.
Jedenfalls hat der EBB (= Entsorgungs- und Baubetrieb, neuerdings aber unter dem Namen Bamberger Service Betriebe BSB) die Sache in die Hand genommen, im letzten Jahr drei detektivische Rundgänge durch die Stadt gemacht und dabei insgesamt ca. 200 Schrottfahrräder aufgespürt. Sie wurden gekennzeichnet und nach einer gewissen Frist abgeholt und vorerst eingelagert. Schließlich kann man nicht selbstverständlich davon ausgehen, dass der oder die Besitzer*in nicht doch noch Verwendung für seinen gebeutelten Drathesel hat. Tatsächlich meldeten sich noch zwei Eigentümer*innen und holten ihr vermisstes Fahrrad ab.
110 Fahrräder landeten am Ende nicht auf dem Müll, sondern wurden mit Hilfe der „Bicycle Liberation Front“ als noch verwendbar aussortiert und an Lebenshilfe und Kolping zu einem guten Zweck weiter vermittelt, die restlichen kamen zum Wertstoffhof.
Dieses Konzept verursacht zwar erhöhte Personal- und Transportkosten beim EBB, soll aber dennoch weiterverfolgt werden mit jährlichen Aufspür- und Abholaktionen. Möglichst viele ruinenfreie Fahrradbügel – das finden wir prima!
sys
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